Endoskopie

Schwerpunkt unserer Abteilung ist die gastroenterologische Endoskopie. Neue technische und bildgebende Verfahren ermöglichen uns, diagnostische und therapeutische Eingriffe auf dem derzeit aktuellsten Stand der Medizin durchzuführen. Durch die kassenärztliche Zulassung der Klinikleitung können endoskopische Eingriffe wie z.B. Gastroskopien, Coloskopien, ERCPs auch ambulant und tagesstationär durchgeführt werden. Pro Kalenderjahr werden ca. 4.000 endoskopische Eingriffe in unserer Abteilung durchgeführt.

Ein Rufbereitschaftsdienst sorgt für eine adäquate Versorgung unserer Patienten im Notfall.

Diagnostische und therapeutische Leistungen in der Endoskopie

  • Spiegelung der Lunge (Bronchoskopie und Bronchoalveoläre Lavage)
  • Speiseröhren- / Magenspiegelung (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie) mit Polypabtragung
  • Dickdarmspiegelung, Vorsorgedarmspiegelung (Coloskopie) mit Polypabtragung
  • Enddarmspiegelung und Behandlung von Hämorrhoiden (Anuskopie, Gummibandligatur)
  • Entfernung von analen Blutgerinnseln (Thrombusincision)
  • Behandlung von Krampfadern der Speiseröhre mittels Sklerosierung oder Gummibandligatur
  • Notfallbehandlungen bei Blutungen im Verdauungstrakt:
    • Unterspritzung
    • Clip-Applikation
    • Argonplasmakoagulation
    • Fibrinverklebung
    • Histoacrylverklebung
  • Ernährungssondenanlage
    • Percutane endoskopische Gastrostomie
    • Gastrotubeanlage   
  • Färbeverfahren
  • Bougierung und Ballondilatation
  • Stentimplantation im oberen Gastrointestinaltrakt
  • Fremdkörperentfernung
  • Endoskopisch retrograde Cholangio-Pankreaticographie (ERCP)
    • Papillotomie
    • Steinextraktion mit Dormiakorb, Ballonkatheter und mechanische Lithotripsie
    • Transpapilläre Prothesenimplantation (Plastikendoprothesen und Metallstents) und -extraktion
    • Percutane transhepatische Cholangio-Drainage (PTCD)
    • Umwandlung PTCD in TPCD „Rendezvousverfahren“
      (TPCD =Percutane transhepatische Choledochus)
    • Fisteldarstellung
  • Kapselendoskopie

 

 

Patienteninfo für ambulante und tagesstationäre Untersuchungen

Untersuchungstermine erhalten Sie über das Sekretariat.
Am Untersuchungstag erfolgt die Aufnahme über das Ambulanzzentrum unseres Hauses. Die Mitarbeiter des Ambulanzzentrums leiten Sie zur Untersuchung in die Funktionsabteilung weiter und übernehmen Sie wieder nach dem Eingriff. Falls Sie zur Untersuchung eine Beruhigungsspritze benötigen, sorgen Sie bitte vor der Untersuchung dafür, dass Sie von einer Begleitperson abgeholt werden.
Über das Ergebnis der Untersuchung werden Sie durch ein abschließendes Nachgespräch mit dem untersuchenden Arzt informiert.

Angebote

  •     Spiegelung des oberen Verdauungstraktes (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie)
  •     Spiegelung des unteren Verdauungstraktes (Coloskopie, Sigmoidoskopie, Anuskopie)
  •     Darstellung des Gallen- und Bauchspeicheldrüsenganges (ERCP)
  •     Notfallendoskopie mit verschiedenen Blutstillverfahren
  •     Video-Bronchoskopie
  •     Chromo-Endoskopie
  •     Gewebsentnahmen
  •     Abtragung von Polypen
  •     Sklerosierung und Gummibandligatur zur Behandlung von Ösophagusvarizen
  •     Gummibandligatur zur Behandlung von Hämorrhoiden
  •     Anlage von Ernährungssonden (PEG, Gastrotube, Button, PEG-J)
  •     Entfernung von Gallengangssteinen mit verschiedenen Verfahren
  •     Aufdehnung von Engstellen im oberen und unteren Verdauungstrakt
  •     Tumorbehandlungen im oberen und unteren Verdauungstrakt
  •     Einlage von Kunststoff- und Metallprothesen (Stentimplantation)
  •     Fremdkörperentfernung im oberen und unteren Verdauungstrakt
  •     Färbeverfahren
  •     Thrombusincision im Analbereich
  •     Kapselendoskopie
  •     qualifizierter Alkoholentzug


Instrumentenaufbereitung

Die Aufbereitung von Endoskopen und Zusatzinstrumenten in unserer Abteilung erfolgt vollautomatisch und standardisiert im Reinigungs-Desinfektionsgerät. Durch die maschinelle Aufbereitung nach den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts ist sichergestellt, dass nur einwandfrei aufbereitete Endoskope und Zusatzinstrumente zum Einsatz kommen. Die Reinigung erfolgt chemisch-thermisch bei 60°C. Bei der Verwendung von Zusatzinstrumenten kommen nur Einmalprodukte bzw. sterilisierte Instrumente zum Einsatz.

Im Rahmen der Qualitätssicherung der Hygiene in der Endoskopie wird der Aufbereitungserfolg durch vierteljährliche mikrobiologische Kontrollen überprüft. Die einwandfreien Ergebnisse dieser Überprüfung bestätigen uns eine korrekte Durchführung bei der Endoskopaufbereitung. Der Einsatz steriler Zusatzinstrumente wird dokumentiert.

Anuskopie / Proctoskopie (Spiegelung des Enddarmes)

Bei der Anuskopie werden Schließmuskel und Afterkanal betrachtet. Sie wird beispielsweise eingesetzt, um Hämorrhoiden zu diagnostizieren.

Vor der Untersuchung erfolgt ein Aufklärungsgespräch über Indikation, Vorbereitungen zur Untersuchung, Untersuchungsablauf und Verhalten während und nach der Enddarmspiegelung, Alternativbehandlungen und mögliche Komplikationen durch den überweisenden Arzt oder den untersuchenden Arzt unserer Abteilung. Sie erhalten einen Fragebogen, in dem die besprochenen Punkte nochmals schriftlich aufgeführt sind. Das Aufklärungsgespräch gibt Ihnen die Möglichkeit, bestehende Fragen zur Untersuchung abzuklären. Die Injektion eines Beruhigungs- oder Schmerzmittels ist bei dieser Untersuchung nicht erforderlich. Sie benötigen daher in der Regel auch keine Begleitperson und können nach der Untersuchung
ein Kraftfahrzeug fahren und Maschinen führen.


Untersuchungsablauf:


Bei der Anuskopie liegen Sie auf der linken Seite. Nach digitaler Untersuchung wird ein kurzes starres Instrument (= Anuskop, Proctoskop), das mit einem Gleitmittel benetzt wird, durch den After eingeführt und die innere Region des Schließmuskels sowie des Analkanals betrachtet. Mit dieser Untersuchung können krankhafte Veränderungen der Schließmuskelregion oder der Schleimhaut des Analkanals festgestellt oder auch spezielle Behandlungen von Hämorrhoidalleiden, wie z. B. die Gummibandligatur zur Entfernung von Hämorrhoiden durchgeführt werden.


Vorbereitung:

  • Normale Nahrungsaufnahme auch am Untersuchungstag
  • Aufklärungsgespräch – unterschriebene Einverständniserklärung zur Anuskopie, ggf. mit Gummibandligatur
  • Abführmaßnahmen vornehmen - 1 Practoclyss



Nachsorge:

  • Nach Rücksprache mit dem Arzt, in der Regel keine besonderen Maßnahmen erforderlich, normale Nahrungsaufnahme

Darmspiegelung (Koloskopie)

Die Darmspiegelung ist ein wichtiger Bestandteil der Krebsvorsorge. Bei dieser Untersuchung werden der gesamte Dickdarm und der letzte Abschnitt des einmündenden Dünndarmes betrachtet. Eine kleine Kamera am Koloskop überträgt die im Darm aufgenommenen Bilder auf einen Bildschirm.

Vor der Untersuchung erfolgt ein Aufklärungsgespräch über Indikation, Vorbereitungen zur Untersuchung, Untersuchungsablauf und Verhalten während und nach der Darmspiegelung, Alternativbehandlungen und mögliche Komplikationen durch den überweisenden Arzt oder den untersuchenden Arzt unserer Abteilung. Sie erhalten einen Fragebogen, in dem die besprochenen Punkte nochmals schriftlich aufgeführt sind. Das Aufklärungsgespräch gibt Ihnen die Möglichkeit, bestehende Fragen zur Untersuchung abzuklären. Auf Wunsch kann zur Darmspiegelung ein Beruhigungsmittel verabreicht werden. Sollte dies der Fall sein, dürfen Sie 24 Stunden danach kein Kraftfahrzeug fahren oder Maschinen führen. Sie sollten sich deshalb durch eine Begleitperson nach der Untersuchung nach Hause bringen lassen.


Untersuchungsablauf:

Zu Beginn der Untersuchung liegen Sie auf der linken Seite, später auf dem Rücken. Das flexible Instrument wird vorsichtig über den After bis zum Übergang des einmündenden Dünndarmes vorgeschoben. Durch das Einblasen von Luft über das Gerät entfaltet sich der Darm und kann auf diese Weise gut betrachtet und nach krankhaften Veränderungen abgesucht.

Bei krankhaften Veränderungen der Schleimhaut können Gewebeproben entnommen und somit beispielsweise bösartige Erkrankungen der Darmschleimhaut nachgewiesen werden. Knospenartige Wucherungen der Schleimhaut, sogenannte Polypen, aus denen sehr häufig ein Dickdarmkrebs entsteht, werden während der Koloskopie meistens gleich abgetragen. Dabei wird eine Drahtschlinge über den Polypen gelegt und mit Hilfe von hochfrequentem Wechselstrom, der Polyp entfernt.  Selten kommt es hierbei zu Blutungen, die meist von alleine aufhören oder durch Gabe eines Medikamentes über das Endoskop, zum Stillstand gebracht werden.


Vorbereitung:

  • siehe Formular „Vorbereitung zur Koloskopie“
  • Während der „Vorbereitung zur Koloskopie“ keine Milch und Milchprodukte
  • Aufklärungsgespräch – unterschriebene Einverständniserklärung mit Zusatz zur „Polypektomie“



Nachsorge:

  • Nahrungsaufnahme nach Rücksprache mit dem Arzt, in der Regel nach Abklingen des Beruhigungsmittels (cirka 2 Stunden) möglich


Formular „Zusatzfragen für ambulante und prästationäre Eingriffe im Krankenhaus Altdorf“

Endoskopisch retrograde Cholangio-Pankreaticographie (ERCP)

Mit Hilfe eines flexiblen Endoskopes und unter Durchleuchtung werden bei der ERCP die Gallenwege, Gallenblase und Gänge der Bauchspeicheldrüse dargestellt. Neben der Möglichkeit der Diagnosestellung können bei der ERCP beispielsweise auch Steine in den Gallengängen oder der Bauchspeicheldrüse entfernt oder Abflussstörungen der Gallenflüssigkeit durch Anlage von Stents behoben werden.

Vor der Untersuchung erfolgt ein Aufklärungsgespräch über Indikation, Vorbereitungen,
Ablauf und Verhalten während und nach der Untersuchung, Alternativbehandlungen und mögliche Komplikationen durch den überweisenden Arzt oder den untersuchenden Arzt unserer Abteilung. Sie erhalten einen Fragebogen, in dem die besprochenen Punkte nochmals schriftlich aufgeführt sind. Das Aufklärungsgespräch gibt Ihnen die Möglichkeit, bestehende Fragen zur Untersuchung abzuklären.

Zu dieser Untersuchung wird Ihnen ein Beruhigungsmittel verabreicht. Deshalb dürfen Sie 24 Stunden danach kein Kraftfahrzeug lenken oder Maschinen führen. Nach dem Eingriff sollten Sie sich durch eine Begleitperson nach Hause bringen lassen.


Untersuchungsablauf:

Bei der ERCP wird ein flexibles Endoskop über den Mund bis zur Mündung des gemeinsamen Ausführungsganges der Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse im Zwölffingerdarm eingeführt. Über einen Katheter, der über das Instrument eingeführt wird, werden Gallengang und Bauchspeicheldrüsengang sondiert und Kontrastmittel gespritzt und auf dem Röntgenschirm dargestellt.

Bei krankhaften Veränderungen, wie beispielsweise Steinen in den Gallengängen oder Engstellen, können durch Erweiterung des Gallenganges (endoskopische Papillotomie)
therapeutische Eingriffe wie eine Entfernung von Gallengangssteinen oder Anlage von Stents zur Beseitigung von Abflussstörungen im Gallengang durchgeführt werden.


Vorbereitung:

  • Bitte nehmen Sie mit Ihrem Arzt Rücksprache, falls Sie gerinnungshemmende Medikamente einnehmen
  • Aufklärungsgespräch - unterschriebene Einverständniserklärung, ggf. mit Zusatz „Papillotomie“
  • 6 Std. vor der Untersuchung nichts essen / Wasser und Tee dürfen bis 2 Std. vor der Untersuchung getrunken werden - keine Milch und Milchprodukte
  • Aktuelle Gerinnungswerte (nicht älter als 5 Tage)



Nachsorge:

  • Nach Rücksprache mit dem Arzt

 

Formular „Zusatzfragen für ambulante und prästationäre Eingriffe im Krankenhaus Altdorf“