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  • Bayern baut KI in der Frühgeborenen-Medizin weiter aus

    Projekt am Klinikum Nürnberg erhält vom Gesundheitsministerium eine Förderung in Höhe von 150.000 Euro.

02.02.2026

Bayern baut sein Engagement beim Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Frühgeborenen-Medizin weiter aus. Darauf hat Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach am Sonntag anlässlich des Starts des Projekts „KI in der Neonatologie“ am Klinikum Nürnberg hingewiesen. Bei dem Projekt geht es unter anderem darum, die Sicherheit für Frühgeborene durch eine automatisierte KI-Überwachung zu verbessern. Es wird von Bayerns Gesundheitsministerium mit 150.000 Euro gefördert.
 
Gerlach betonte: „Jede Sekunde zählt auf einer Neugeborenen-Intensivstation. Wenn KI hilft, kritische Situationen früher zu erkennen, ist das ein Meilenstein der Medizin. Jedes Kind, das dank solcher Technologien besser versorgt werden kann, bestätigt, wie wichtig und wertvoll der Einsatz von KI im Gesundheitswesen ist.“
 
Die Ministerin unterstrich: „Wir wollen in Bayern die modernste Technologie dort einsetzen, wo sie frühzeitig auf mögliche Erkrankungen aufmerksam machen und Leben retten kann. Das am heutigen Sonntag gestartete Modellprojekt ist eines der ersten Projekte dieser Art in Deutschland, was die besondere fachliche Bedeutung für die Neonatologie unterstreicht. Der zielgerichtete Einsatz von Digitalisierung ermöglicht es, Frühgeborenen noch besser als bisher zu helfen.“

Text und Bild: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention 
 
Gerlach erläuterte: „Im Rahmen meines USA-Aufenthalts im letzten Jahr besuchte ich das Mount Sinai Hospital in New York. Daraus entwickelte sich der Impuls zur Etablierung und Umsetzung des Modellprojektes für Bayern. Das Projekt am Klinikum Nürnberg ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie internationaler Austausch und der Transfer von Impulsen in konkrete Projekte münden können."
 
Gerlach erklärte: „Das Klinikum Nürnberg mit der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität ist für diese Modellprojekt hervorragend geeignet. Denn es hat mit Herrn Prof. Dr. Fusch einen Chefarzt, der bereits langjährige internationale Forschungserfahrung hat und gemeinsam mit seinem Team dafür sorgt, dass das Klinikum eine wichtige Rolle in der neonatologischen Forschung einnimmt. Im Klinikum Nürnberg Süd wird zudem aktuell ein neues Kinderklinikum nach neuesten Standards gebaut, mit dem auch hochmoderne Räumlichkeiten für 34 Intensivbehandlungsplätze der Neonatologie entstehen. Den Neubau fördern wir mit mehr als 124 Millionen Euro.“
 
Prof. Dr. Christoph Fusch, Chefarzt der Klinik für Neugeborene, Kinder und Jugendliche am Klinikum Nürnberg, erklärte: „Wir freuen uns und sind sehr dankbar für die großzügige Förderung durch den Freistaat. In unserem Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe behandeln wir jedes Jahr 400 Frühgeborene, darunter mehr als 60 Babys mit einem Geburtsgewicht von unter 1.500 Gramm. Wir sind sicher, dass KI uns in der Versorgung gerade dieser extrem sensiblen Kinder, die hochspezialisierte Medizin und Pflege erfordern, sehr gut unterstützen kann.“  
 
Das Modellprojekt „KI in der Neonatologie“ beinhaltet drei Themen: KI-gestützte Patientensicherheit durch automatisierte Überwachung, KI-optimierte Ernährung zur Förderung von Wachstum und neurologischer Entwicklung sowie KI-gestützte Steuerung der künstlichen Plazenta. Die Projektphase dauert bis zum 31.01.2028. Dann wird anhand der Ergebnisse über eine mögliche bayernweite Anwendung der erarbeiteten KI-Modelle entschieden.
 
Die Ministerin ergänzte: „Die Video-KI kann bei Frühgeborenen bereits kleinste auffällige Bewegungsmuster erkennen, die auf eine Funktionsstörung hinweisen können, und alarmiert automatisch das medizinische Personal. Dieses kann so frühzeitiger reagieren.“
 
Gerlach fügte hinzu: „Durch die intensive Zusammenarbeit einzelner bayerischer Kliniken bei der Behandlung von Frühgeborenen wurde die Versorgung dieser kleinen Patienten in den vergangenen Jahren bayernweit bereits verbessert. Durch eine hochqualifizierte und flächendeckende Versorgung können Mütter und Kinder familien- und wohnortnah behandelt werden.“

Foto (v. l.): Prof. Dr. Christoph Fusch, Professor Benjamin Glicksberg vom Mount Sinai Hospital New York, und die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach
Text und Bild: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention 

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